Forschungsgruppe Prof. Eliane J. Müller

Mitglieder der Forschungsgruppe

  • Dr. William Hariton
  • Pierre Balmer
  • Rene Aeberhard
  • Brigitte Brunner

Forschungsschwerpunkt Pathogenese von Pemphigus vulgaris

Am Department for BioMedical Research (DMBR) der Universität Bern wird unter anderem an Haarfollikeln untersucht, wie diese sich mittels Stammzellen regenerieren. © Universität Bern, Bild Eliane Müller Labor

Pemphigus vulgaris ist eine seltene autoimmune Blasenerkrankung der Haut. Sie wird durch körpereigene Antikörper verursacht, die an die Oberfläche von Hautzellen in der äussersten Hautschicht (Epidermis) binden. Die Konsequenz sind Verlust der Kittsubstanz zwischen den Zellen (Adhäsionsverlust) und Bildung von Blasen, die charakteristischerweise in der untersten Schicht der Epidermis auftreten.

Wir studieren die krankmachenden Reaktionsmuster der Zellen auf das Andocken der Antikörper an Adhäsionsmoleküle der Zelloberfläche, um neue Medikamente zu entwickeln. Dabei haben wir entdeckt, dass die Bindung der Antikörper an diese Adhäsionsmoleküle zu einer zellulären Signalantwort führt, die die periodische Erneuerung der Haut stört. Wir konnten dadurch beweisen, dass die Adhäsionsmoleküle Sensoren im Gewebe sind, die auf jede Veränderung der Struktur im Zellverband mit gegenregulatorischen, im Falle von Pemphigus, krankmachenden, Massnahmen reagieren.

Wir führen zurzeit prä-klinische Versuche durch, um die krankmachenden, zellulären Signale pharmakologisch zu stoppen und eine neue Generation von komplementären Therapien zu entwickeln.

Forschungsschwerpunkt Stammzellen in der Regenerativmedizin

Helmholtz-Spule © Universität Bern, Bild Eliane J. Müller Labor

Die Erneuerung der Haut und Haarfollikel erfolgt mittels Stammzellen, die diesen Prozess lebenslänglich unterstützen. Stammzellen werden auch bei Gewebeverletzungen aktiv, um das beschädigte Gewebe zu regenerieren, und wenn sie ausser Kontrolle geraten, können sie Krebs erzeugen. Deshalb ist das Verständnis der Stammzellen Biologie für den Erfolg der Regenerativmedizin und auch der Onkologie von grosser Wichtigkeit. Die Haut ist ein ausgezeichnetes Modellorgan, um Stammzellen zu studieren, die auch in zahlreichen anderen Geweben nach ähnlichen Mustern funktionieren.

Das grosse Interesse an Stammzellen für Anwendungen in der Regenerativmedizin, aber auch das Wissen, dass wir diese nur rudimentär verstehen, haben uns bewogen, neue Wege zu gehen. Wir versuchen die Stammzellen auf nicht-invasive Art und Weise mittel elektromagnetischen Strömen zu aktivieren und im Falle von Krebs deren Wachstum zu stoppen. Gleichzeitig haben wir in Bern ein Netzwerk von Stammzellen Forschern aufgebaut (www.stemcellsbern.ch) , um uns gegenseitig zu unterstützen, und haben mit Reinraumspezialisten eine schweizerische Plattform gegründet, um bereits den nächsten Schritt, nämlich die klinische Umsetzung der Resultate, in die Wege zu leiten. Die Translationale Medizin, namentlich die Umsetzung der Forschungsresultate in die klinische Anwendung, ist dabei ein zentrales Thema, das in Zusammenarbeit mit sitem-insel, dem Schweizerischen Institut für translationale Medizin und Unternehmertum in Bern, verfolgt wird.

Forschungsschwerpunkt Lernen von vererbten Krankheiten (Genodermatosen)

Gendefekte weisen den Weg zu einem tieferen Verständnis der Gewebebiologie. Zusammen mit Klinikern, Pathologen, Genetikern und Zellbiologen werden diese in einem Konsortium, dem DermFocus, ganzheitlich untersucht. Unsere Untersuchungen haben uns auf den Weg der Epigenetik geführt, dem übergeordneten Niveau der Genregulation, die kontinuierlich von unserem Umfeld, dem Essverhalten und unserem Lebensstil beeinflusst wird. Epigenetische Muster können auch vererbt werden.

Epigenetische Veränderungen, die die Gruppe bei einer Erbkrankheit beim Hund untersucht und die Stammzellen affektiert, hat aufgezeigt, wie wichtig auch diese Mechanismen, die unser Genmaterial verändern, in der Erneuerung der Haut sind. Das Verständnis epigenetischer Anpassungen bietet neue Möglichkeiten der Diagnose sowie vorbeugender Massnahmen, um krankmachende Veränderungen zu verhindern.