Geschichtliches

B E R N

Im Jahre 1892 entstand aus einem dermatologischen Kurhaus in den Räumlichkeiten des Inselspitals die dermatologische Universitätsklinik zu Bern, die erste Universitäts-Hautklinik der Schweiz.

1892-1896: Der erste ärztliche Direktor der Klinik war Edmund Lesser, der als einer der Begründer der modernen deutschen Dermatologie gilt und mit seinem Lehrbuch der Haut- und Geschlechtskrankheiten (1885) einen großen Beitrag für die dermatologische Ausbildung geleistet hat.

1896-1912:  Josef Jadassohn, der als Primärarzt in der dermatologischen Abteilung in Breslau seine Karriere begann und 1892 als Extraordinarius nach Bern berufen wurde, war der Nachfolger von Edmund Lesser. Unter ihm gewann die Dermatologie in Bern an Bedeutung - auch international. Es wurden modernste Therapieverfahren eingeführt, wie zum Beispiel die therapeutische Röntgen­bestrahlung bei Favus und Lupus erythematodes 1898. 1902 wurde das erste Finsen-Institut zur Behandlung des Lupus vulgaris gegründet und es wurde eine wirksame Therapie der Syphilis entwickelt. Darüber hinaus gehört Jadassohn zu den Begründern der Schweizerischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie und er war Gastgeber des 9. Kongresses der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft im Jahr 1906. Josef Jadassohn führte bis 1912 die dermatologische Universitätsklinik in Bern, dann kehrte er nach Breslau zurück. Zu erwähnen ist auch sein großer Beitrag an das 41-teilige Handbuch der Haut- und Geschlechtserkrankungen, das als das umfangreichste dermatologische Standardwerk der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gilt.

1885-1959: Oskar Naegeli, ein ehemaliger Assistent von Josef Jadassohn wurde 1917 zu dessen Nachfolger erklärt. Unter ihm erhöhte sich die Bettenzahl der dermatologischen Klinik auf 116. 1941 trat Oskar Naegeli aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand.

1906-1953: Paul-Ernst Robert begann als Extraordinarius in der dermatologischen Klinik zu Bern und wurde 1945 zum Ordinarius ernannt. 1953 verstarb Paul-Ernst Robert mit 47 Jahren an einem Herzinfarkt. Während der Jahre des zweiten Weltkrieges waren viele Soldaten mit Geschlechtserkrankungen in der dermatologischen Klinik untergebracht. Mit der Entdeckung des Penicillins und der Sulfonamide konnte während dieser Zeit ein wichtiger Fortschritt zu Behandlung von Geschlechtserkrankungen geleistet werden. In Bern selber untersuchte Paul-Ernst Robert die Vitiligo sowie andere Pigmentierungsstörungen und beschäftige sich zudem mit dem Kupfer- und Eisengehalt der gesunden Haut.

1954-1970: Nach Paul-Ernst Robert übernahm Hans Kuske, der zuvor schon der ärztliche Leiter der internistischen Klinik gewesen war, im Jahre 1954 als Extraordinarius die Leitung der Dermatologie. Habilitiert hatte er sich zum Thema „Wiesenpflanzendermatitis“. Er war während seiner Zeit als Direktor der Dermatologie zeitgleich Präsident der Schweizerischen Dermatologischen Gesellschaft sowie der Ärztegesellschaft des Kantons Bern und der Kunsthalle Bern. Unter seiner Leitung wurde erstmals eine Poliklinik und eine Abteilung für „Allergologie und klinische Immunologie“ eröffnet.  Wissenschaftlich beschäftigte sich Kuske mit einem breiten Spektrum von Dermatosen, schwerpunktmäßig mit Mykosen. Später arbeitet er gemeinsam mit seinem Nachfolger Alfred Krebs an der Behandlung der Psoriasis mit Locacorten-Tar und beschäftigte sich mit der Beziehung der Dermatologie zur Inneren Medizin und Rheumatologie. Im Jahre 1970 verstarb Hans Kuske an einem Herzleiden.

1970-1989:  Alfred Krebs, Facharzt für Innere Medizin und Dermatologie, übernahm im Jahre 1970, nachdem er acht Jahre als Stellvertreter von Hans Kuske gearbeitet hatte, die ärztliche Leitung der dermatologischen Klinik. Während seiner Amtszeit wurde die Klinik 1977 um eine phlebologische und eine andrologische Sprechstunde sowie um eine Einheit für Lichttherapie und für dermatologische Kosmetik erweitert. Zudem wurde der studentische Unterricht reformiert. Wissenschaftlich beschäftigte Alfred Krebs sich mit der Pathogenese der Psoriasis sowie mit Pigmentstörungen. Gemeinsam mit K. Zürcher brachte er das Nachschlagewerk „Hautnebenwirkungen interner Arzneimittel“ heraus. Des Weiteren war Alfred Krebs von 1985-1987 Präsident der Schweizerischen Dermatologischen Gesellschaft.

1989-2008: Lasse Braathen, gebürtiger Norweger, wurde 1989 als Chefarzt der Universitätsklinik für Dermatologie in Bern gewählt. Nach seinem Studium an der Universität Freiburg im Breisgau arbeitete Lasse Braathen zunächst in der Forschung, Psychiatrie, Inneren Medizin, Chirurgie, als allgemeinärztlicher Schiffsarzt und Distriktarzt in Norwegen, bevor er seine Facharztausbildung in Dermatologie begann. Zusätzlich absolvierte er 1988 den Master of Health Administration und war als vorheriger Reserveoffizier der NATO, von 1998-2000 Präsident der NATO Sanitätsoffiziere. Zudem engagierte er sich in zahlreichen Organisationen wie zum Beispiel der European Immunodermatology Society  und – als Präsident – im European Dermatology Forum. Wissenschaftlich beschäftigte sich Lasse Braathen vor allem mit der Immundermatologie.

Seit 2008 ist Luca Borradori neuer ärztlicher Direktor der Dermatologie in Bern. Luca Borradori wurde 1961 in Lugano im Tessin geboren und studierte, nach Abschluss der klassischen Matura, in Bern Medizin. Seine Facharztausbildung schloss Luca Borradori 1993 nach einer dermatologischen Ausbildung am C.H.U.  Saint Louis in Paris, in Lausanne sowie in Genf ab. Von 1993-1997 arbeitete er als Post-doctoral fellow an der Dermatology Branch des National Cancer Institute (NCI), National Institute of Health (NIH) in Bethesda und an The Netherlands Cancer Institute. Ab 1997 war Luca Borradori erneut an der Klinik von Prof. Jean-Hilaire Saurat in Genf tätig, wo er 2005 eine assoziierte Professur für Dermatologie an der Medizinischen Fakultät erhielt. Sein forschungsmässiger Schwerpunkt liegt bei der Charakterisierung der Organisation von Adhäsionskomplexen (Hemidesmosomen) in der Epidermis und der Regulation der Zytoarchitektur (Zytokeratine und anderer intermediärer Filamente). Die klinischen Schwerpunkte sind die autoimmunen blasenbildenden Erkrankungen und die kutanen Manifestationen von systemischen und inneren Erkrankungen.